Segelcamp in Kollmar: Mit Teamgeist durch Wind und Regen
Mit kräftigem Wind und reichlich Regen ist das 39. Segelcamp am Kollmarer Hafen gestartet. Die 35 Teilnehmer im Alter von sechs bis 19 Jahren lassen sich davon die Freude am Wassersport jedoch nicht nehmen.
Das Camp gehört in Kollmar längst zur Tradition: In der ersten Woche der Sommerferien treffen sich junge Segler, Trainer und ehrenamtliche Helfer auf dem Vereinsgelände des Wassersportvereins direkt an der Elbe. Eine Woche lang wird gemeinsam gezeltet, gesegelt und dazugelernt.
Die Leitung übernehmen Mathias (Matten) Groth und Maren Gümüşkaya aus Kollmar. Für Groth ist es das erste Camp in dieser Funktion. Besonders begeistert ihn die gute Stimmung unter den Jugendlichen und den 18 ehrenamtlichen Helfern aus den Segelvereinen von Kollmar, Glückstadt, Elmshorn und der Krückaumündung. „Auch bei Regen und starkem Wind sind alle mit Freude dabei. Und wir haben mit der Tide dieses Jahr Glück, sodass wir zweimal am Tag aufs Wasser gehen können.“
Die elfjährige Finja aus Sparrieshoop ist mit ihrem Optimisten bereits zum dritten Mal dabei. Der kräftige Wind flößt ihr durchaus Respekt ein: „Vor dem Wetter habe ich schon Respekt, denn gestern bin ich bei dem starken Wind umgekippt. Aber beim Kentertraining hatte ich gelernt, wie man das Boot wieder aufrichtet.“

Dieses Wissen konnte sie gleich anwenden. „Man muss das oben liegende Schwert anfassen und sich mit dem Körper nach hinten lehnen. Durch das Gewicht dreht sich das Boot und richtet sich auf. Dann kann man wieder ins Boot einsteigen und muss mit der Pütz das Wasser ausschöpfen.“ Auch die kleinen Bändchen am Segel kann Finja inzwischen deuten: „Sie müssen alle glatt nach hinten wehen. Dann steht das Segel richtig.“
Auf dem Wasser begleiten die Helfer die jungen Segler mit sieben Begleitbooten. Sie geben Tipps zur Segelführung und Taktik und achten auf die Sicherheit. Bei starkem Wind fahren nur die größeren Jollen und die Hobie Cats, kleine Katamarane, auf die Elbe hinaus. Die Optimisten üben währenddessen im geschützten Kollmaraner Hafen oder in der Krückaumündung vor dem Sperrwerk.
Auch an Land ist das Programm abwechslungsreich: Neben theoretischer Segelkunde und einer Erste-Hilfe-Ausbildung bleibt Zeit für zahlreiche Freizeitangebote. Während Mathias Groth die Ausbildung auf dem Wasser verantwortet, kümmert sich Maren Gümüşkaya um die Küche und das Landprogramm. Unterstützung kommt von vielen Sponsoren aus der Umgebung, die zur Verpflegung beitragen und neue T-Shirts finanziert haben.
Eine weitere Neuerung erleichtert den Campalltag: „Wir haben in diesem Jahr zwei Container vom Land geschenkt bekommen, weil sie als Erstaufnahmeunterkunft nach der zurückgehenden Flüchtlingswelle nicht mehr gebraucht werden. Darin haben wir getrennte Umkleidemöglichkeiten für Jungen und Mädchen untergebracht.“
Während des Camps stehen die Container noch in der Wagenburg der Wohnwagen des Betreuerteams. Sie sollen dauerhaft auf dem Gelände bleiben und künftig für die Vereinsarbeit genutzt werden.
Zum Abschluss der Woche steht traditionell die Abschlussregatta auf dem Programm. Danach heißt es Abschied nehmen – für die meisten verbunden mit dem Versprechen: „Im nächsten Jahr sehen wir uns wieder.“

